CMD Behandlung

Was ist CMD (cranio-mandibuläre Dysfunktion)?

CMD ist eine Erkrankung, die sich wie eine Kettenreaktion, vom Kausystem ausgehend, durch den gesamten Körper erstreckt. Wenn man den ersten Stein in einem Dominospiel umstößt, fallen viele weit entfernte Steine um.

Wenn der Biss nicht stimmt, bemerkt man, dass die Zähne beim lockeren Schließen nicht gleichmäßig aufeinander passen. Ursache dafür liegt nicht selten in einem fehlentwickelten Kiefer in der Kindheit, hervorgerufen durch schlecht ausgeprägtes Zusammenspiel zwischen  Zungen, Lippen-und Wangenmuskulatur.

Die Kaumuskulatur muss dann, durch zusätzlichen Kraftaufwand, für einen Ausgleich sorgen. Der Patient bemerkt dies als Verspannungen in der Hals- und Nackenmuskulatur.

Diese ungleichmäßigen Anspannungen führen zu Belastung der Kiefergelenke. Dadurch können Gesichtsschmerzen, Ohren- und Kaumuskelschmerzen oder Gelenkgeräusche, wie Knacken oder Knirschen in den Gelenken auftreten.

Häufig führt die Verspannung der Kaumuskeln zu Spannungskopfschmerzen, die sich vom Nacken aufsteigend entwickeln. Ein Mensch schluckt 2-3000mal den Speichel, der sich im Mund ständig sammelt, hinunter. Beim Schlucken müssen die Backenzähne präzise aufeinander passen. Wenn die Zähne den Kiefer in eine falsche Position zwingen, entstehen die Beschwerden. Der falsche Biss bewirkt dann eine falsche Kieferposition.

Dieses führt zu Verspannungen und so kann ein falscher Biss, oft schleichend, die genannten Probleme auslösen. Deutlich verstärkend wirkt dabei der Stress durch Zähnepressen oder Knirschen. Der Körper versucht, mit Hilfe der Körpermuskulatur den angestauten Stress wieder abzubauen. Wenn der Biss nicht stimmt, kommt also eine Kettenreaktion durch den gesamten Körper in Gang. Wenn die Möglichkeiten der Anpassung erschöpft sind, entstehen Schmerzen und Einschränkungen. Dieses gesamte Krankheitsbild wird als Kraniomandibuläre Dysfuntion, kurz CMD, bezeichnet.

Welche Therapie wird durchgeführt?

In den meisten Fällen wird eine Kombination aus Manueller Therapie ( mit einer Wärmeanwendung) und einer Schienenversorgung (Nachtschiene) vom behandelnden Zahnarzt oder Kieferorthopäden erwogen. Der Patient bekommt auch Eigenübungen zur Selbstbehandlung und ein Entspannungstraining für die kiefergelenknahen Muskeln gezeigt.

Wer verschreibt eine solche Behandlung?

In der Regel verordnet ein Zahnarzt oder ein Kieferorthopäde eine Verordnung über Manuelle Therapie (MT) in Kombination mit einer Wärmeanwendung (Wärmepackung einschl. Nachruhe).

Durchgeführt wird es von Therapeuten mit einer Zusatzausbildung in Manueller Therapie plus  der Behandlung von cranio-mandibulären Dysfunktionen.